Kauf von Leuchtmitteln – welche Kriterien sind entscheidend?

Informationen zur Kaufentscheidung

Welche Lampenfassung ist die richtige? Wie energieeffizient ist die Lampe? Und was bedeutet die Watt- und Lumenangabe? 

Seitdem die Glühbirne aufgrund ihrer schlechten Umweltbilanz nicht mehr angeboten wird, stehst du beim Kauf von Leuchtmitteln vor einer riesigen Auswahl an LED-, Halogen- und Kompaktleuchtstofflampen in den unterschiedlichsten Formen, Lichtstärken und Lichtfarben. Wer sein ganzes Leben lediglich die immer gleiche Glühlampe nachgekauft hat, ist von dieser Vielfalt schnell überfordert. Im Ratgeber von Bau+Hobby findest du Informationen zu den wichtigsten Kaufkriterien und erfährst, was hinter den Angaben auf der Verpackung steckt.

So liest du die Verpackung – Leuchtmittelkennzeichnung und weitere Angaben

Zugegeben: Die Fülle von Symbolen und Abkürzungen auf einer Leuchtmittelverpackung kann zunächst Verwirrung auslösen. In der Tat sind die Angaben jedoch ungemein praktisch, denn mit etwas Übung erkennst du daran auf einen Blick die Eigenschaften der jeweiligen Leuchtmittel und kannst verschiedene Modelle ganz leicht miteinander vergleichen.

Bei den meisten Leuchtmitteln werden Energieeffizienz, Verbrauch, Lebensdauer, Belastbarkeit, Lichtfarbe sowie Betriebseigenschaften angegeben. Zur Orientierung findest du hier einen Überblick der wichtigsten Angaben:

  • Die Form und Abmessung des Leuchtmittels wird meist mit einer symbolischen Abbildung und Millimeterwerten für Höhe und Breite dargestellt.
  • Die Energieeffizienzklasse wird auf einer farbigen, 7-stufigen Skala angegeben. Wie alle anderen Elektrogeräte werden auch Lampen in die Energieklassen von E (rot = geringste Effizienz-Stufe) bis A++ (grün = höchste Effizienz-Stufe) eingeordnet. Je besser die Energieeffizienzklasse, umso umweltschonender ist das Leuchtmittel.
  • Der Energieverbrauch in Watt (W) zeigt an, wie viel Energie notwendig ist, um die jeweilige Lichtstärke zu erreichen. Vorsicht: Im Gegensatz zur Glühbirne sagt die Wattzahl bei anderen Leuchtmitteltechnologien nichts über deren Helligkeit aus. Sie ist vielmehr ein Indikator dafür, wie nachhaltig ein Leuchtmittel ist.
  • Der Lichtstrom einer Lampe wird in Lumen (lm) angegeben. An ihm lässt sich ablesen, wie hell das Licht des Leuchtmittels ist.
  • Die Lichtfarbe erkennst du an der Farbtemperatur, die in Kelvin (K) angegeben wird.
  • Der Wert zur Lebensdauer gibt an, wie viele Stunden du das Leuchtmittel in Betrieb nehmen kannst. Dabei wird das Ein- und Ausschalten der Lampe, was die Lebensdauer ebenfalls beeinflusst, nicht berücksichtigt.
  • Die Schaltzyklen zeigen an, wie oft du die Lampe ein- und ausschalten kannst, bis es eventuell zu einem Ausfall des Leuchtmittels kommen kann.
  • Die Anlaufzeit wird häufig symbolisch mit zwei Lampen (unbeleuchtet und beleuchtet) angegeben und gibt an, wie viele Sekunden nach dem Einschalten die volle Leistung erreicht wird.
  • Die Lampenfassung und ihre Grösse wird mit einer schematischen Darstellung der Sockelform und einer Namensabkürzung (z.B. E27 oder GU10) abgebildet.
  • Ob sich das Leuchtmittel dimmen lässt, erkennst du an einem Zeichen mit einem runden Dimmer-Symbol in der Mitte.
  • Zusätzlich wird auf der Verpackung angegeben, ob das Leuchtmittel Quecksilber enthält. Diese Information ist wichtig für die ordnungsgemässe Entsorgung.

Nun weisst du zwar, was sich hinter den Abkürzungen und Symbolen verbirgt, kannst aber an dieser Stelle immer noch nicht einschätzen, ob das Leuchtmittel so leuchtet wie du es wünschst. Was bedeutet der Lichtstrom für die Helligkeit einer Lampe? Welche Lichtfarbe wirkt beruhigend? Gibt es für jede Lampenfassung eine Norm? Die Antworten darauf findest du in den nachfolgenden Abschnitten.

Helligkeit – was bedeutet die Watt- oder Lumenangabe?

Da Glühbirnen lange Zeit die einzigen Leuchtmittel in Privathaushalten waren, ist ihre Wattzahl zur Referenzgrösse für die Helligkeit bzw. Leuchtkraft einer Lampe geworden. Ein Watt ist die Masseinheit, mit der die Leistung angegeben wird. Bei einer Glühbirne zeigt die Zahl an, wie viel Energie nötig ist, um die für den Stromfluss erforderliche Spannung (in Volt) zu erhalten. Je höher der Energieumsatz ist, umso heller glüht der in einer Glühlampe verbaute Wolframfaden.

Da die Entwicklung neuerer Leuchtmitteltechnologien vor allem darauf abzielt, mit den Leuchtmitteln Strom zu sparen, ist die Wattangabe in Bezug auf die Helligkeit nicht mehr aussagekräftig. Aus diesem Grund wird sie inzwischen in Lumen auf der Verpackung angegeben: Das ist die Masseinheit für den Lichtstrom. Da das Verhältnis von Lumen und Watt bei jedem Leuchtmittel anders ist, lassen sich mit dieser Lösung auch völlig unterschiedliche Modelle im Hinblick auf ihre Lichtabgabe vergleichen.

Wie viel Lumen sollte ein Leuchtmittel also haben? Zur Orientierung: Die früher in den meisten Haushalten verwendeten 60-Watt-Glühlampen erzeugen einen Lichtstrom von ca. 700 Lumen, bei einer 40-Watt-Glühlampe beträgt er etwa 400 Lumen. Eine LED-Lampe benötigt dafür nur 9 bzw. 5 Watt. Damit du als Kunde die Leistung eines Leuchtmittels besser einschätzen kannst, setzen viele Hersteller den Energieverbrauch ihrer Glühlampen in Beziehung zur Wattzahl einer herkömmlichen Glühbirne.

Lampenfassung – welche Grössen und Varianten gibt es?

Die Lampenfassung ist der Teil der Leuchte, in den du das Leuchtmittel schraubst oder steckst. Der Teil des Leuchtmittels, über den die elektrische Verbindung hergestellt wird, heisst Sockel. Die Fassung der Leuchte und der Sockel des Leuchtmittels müssen zusammenpassen, sonst ist keine Stromübertragung auf das Leuchtmittel möglich.

Damit es leichter ist, kompatible Lampen und Leuchten zu finden, entsprechen alle Leuchtmittelsockel und Lampenfassungen einer Norm. Die gebräuchlichsten Varianten sind:

  • E27: Das E steht für Edison, der die Glühbirne erfunden hat, und die 27 gibt den Sockeldurchmesser in Millimetern an. Es handelt sich dabei um die Schraubgewindeverbindung der altbekannten, bauchigen Glühbirne.
  • E14: Auch hier steht das E für Edison und die 14 für den Aussendurchmesser des Sockels. Es handelt sich ebenfalls um ein Schraubgewinde. Die E14-Norm ist Ihnen vermutlich von den kerzenförmigen Leuchtmitteln in Kronleuchtern bekannt.
  • G9: Bei G9 handelt es sich um ein Stecksystem. Die Fassungen und Sockel sind bei Hochvolt-Halogenlampen für Lichtspots und Strahlersysteme weit verbreitet. Die 9 gibt den Abstand der Kontakte in Millimetern an.
  • GU10: Die GU10 wird in den meisten Fällen für Hochvolt-Halogen-Reflektorlampen verwendet. Auch hier gibt die Zahl den Abstand der Kontakte an. Das Leuchtmittel wird über einen Bajonettsockel mit der Leuchte verbunden, also zunächst in die Fassung gesteckt und dann eingedreht. Wissenswert ist, dass GU10-Sockel auch in GZ10-Leuchten passen, umgekehrt ist das allerdings nicht der Fall.

Diese vier Beispiele sind nur die gängigsten Normen. Auf dem Markt werden noch weitere verwendet (z. B. GZ10, R7S, GU4, GU5.3), mit denen du aber hinsichtlich von Leuchtmitteln im Privathaushalt wahrscheinlich nicht in Berührung kommst. Das Wichtigste ist ohnehin, dass du dich vor jedem Leuchtmittelkauf zunächst die Frage stellst «Welche Fassung hat meine Lampe?». Nur wenn du die Normkennzeichnung kennst, kannst du sicher sein, dass Lampe und Leuchtmittel wirklich zusammenpassen.

Welche Lichtfarbe für welchen Einsatzbereich?

Eines der wichtigsten Kriterien für die Wahl eines Leuchtmittels ist für viele Menschen die Lichtfarbe. Auch hier spielt es eine Rolle, dass wir an das warme, gelbliche Licht von Glühbirnen gewöhnt sind und darauf vor allem in Wohnräumen nicht verzichten wollen.

Bei der Lichtfarbe geht es nicht um farbige Leuchtmittel im eigentlichen Sinn, sondern um das Farbspektrum von weissem Licht. In weissem Licht sind alle Spektralfarben enthalten, allerdings in unterschiedlich starker Ausprägung. Diese wird als Farbtemperatur in Kelvin (K) angegeben. Je mehr Rotanteile enthalten sind, umso niedriger ist der Kelvin-Wert und umso wärmer ist die Farbtemperatur. Mit zunehmendem Blauanteil steigt die Zahl der Farbtemperatur (also der Kelvin-Wert) und die Lichtfarbe wird kühler.

Licht im Bereich von etwa 2.500 bis 3.300 Kelvin wird als warm und gemütlich wahrgenommen (zum Vergleich: Die Lichtfarbe einer herkömmlichen Glühbirne beträgt 2.700 K), während mehr als 5.500 K hellem Tageslicht entsprechen. In Räumen wirkt das kalt und ungemütlich, was auf Dauer deine Augen überansprucht. Aus diesem Grund sollten Tageslichtlampen wirklich nur in Arbeitsbereichen, in denen ausgezeichnete Sichtverhältnisse benötigt werden (z. B. im Labor oder in einer Werkstatt), zum Einsatz kommen.

Je grösser der Rot- und Gelbanteil im Licht ist, umso angenehmer ist das für die Augen. Für das Lichtkonzept zu Hause bedeutet das, dass für Räume wie Wohn-, Schlaf- oder Esszimmer, in denen du dich zur Entspannung aufhältst, Leuchtmittel mit einer Farbtemperatur von maximal 3.300 Kelvin gewählt werden sollten. In Bereichen wie Küche, Bad oder Arbeitszimmer, in denen du etwas mehr Helligkeit benötigst, kannst du Lampen im mittleren Bereich von 3.300 bis etwa 5.000 K verwenden. Das Licht ist dann hell genug, damit du konzentriert deinen Tätigkeiten nachgehen kannst und dich auf Dauer trotzdem wohlfühlst, weil das Licht auf hellen Flächen nicht unangenehm blendet.

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