Hochbeet pflegen

Die richtige Pflege für dein Hochbeet

Erfahre, wie du ein Hochbeet richtig bewässerst, düngst und pflegst.

Ein Hochbeet richtig bewässern, düngen und pflegen

Ein Hochbeet verschönert kahle Terrassen, und du kannst darin frisches und gesundes Bio-Gemüse ziehen. Seine Kultivierung ist dabei mit nur wenig Aufwand verbunden. Regelmässiges Giessen gewährleistet die notwendige Wasserversorgung, und Düngen sorgt für einen nährstoffreichen Boden. Dies sichert auch bei mehrjähriger Nutzung hohe Erträge und lange Blütezeiten. Damit Schnecken, Läuse und Wühlmäuse nicht die Pflanzen befallen, solltest du etwas gegen diese Schädlinge tun. Dabei gelten allerdings etwas andere Bedingungen als bei normalen Beeten. Daher bekommst du hier umfangreichen Rat zur Pflege eines Hochbeets.

Inhalt

Die optimale Hochbeet-Bewässerung

Hochbeete müssen häufiger mit Wasser versorgt werden als ebenerdige Beete. Das hängt mit den meist höheren Temperaturen im Kasteninneren zusammen: Da die Schichten im Hochbeet viel Kompost enthalten, entwickelt sich durch Verrottungsprozesse Wärme. Zudem verdunstet insbesondere an heissen Tagen Wasser in einem Hochbeet rascher als in einem ebenerdigen Beet. Denn der erhöhte Kasten bietet den Sonnenstrahlen durch die Seitenwände mehr Angriffsfläche. Da er zudem weniger Erdmasse hat als ein normales Beet, speichert er auch weniger Wasser. Im Sommer ist bei einem Hochbeet tägliches Bewässern erforderlich.

Bei der Hochbeet-Bewässerung gelten ansonsten die gleichen Grundsätze wie bei einem Flachbeet oder Balkonkasten. Wer die abgekühlte Erde in den Morgen- und Abendstunden giesst, verhindert, dass das Wasser schnell wieder verdunstet. Giesse wohldosiert, um Staunässe zu vermeiden. Richte den Wasserstrahl richtig aus, sodass die Wurzeln unmittelbar versorgt werden. Der Strahl sollte nicht zu kräftig sein, da er andernfalls die oberste Humusschicht wegspült und die empfindlichen Wurzeln freilegt. Benetze nicht die Blätter. Viele Pflanzen vertragen das nicht, und es erhöht ausserdem das Risiko eines Pilzbefalls.

Automatische Bewässerungssysteme nehmen dir viel Arbeit ab. Sie ersparen dir das Schleppen schwerer Giesskannen und sichern auch im Urlaub die Wasserversorgung. Bei kürzeren Abwesenheiten reichen dafür in der Regel befüllbare Tonkegel. Eine Hochbeet-Bewässerung kannst du aber auch selber bauen. Schraube beispielsweise spezielle Bewässerungsspitzen auf mit Wasser gefüllte Plastikflaschen – diese gräbst du dann einfach mit dem Kopf nach unten in die Erde ein. Bist du allerdings längere Zeit abwesend, sind grossvolumige Verteilersysteme die bessere Wahl. Diese lassen sich an den Aussenwänden befestigen. Ein durch den gesamten Kasten verlaufendes Rohr verteilt das Wasser gleichmässig. Feuchtigkeit spenden auch in der Nähe des Beetes platzierte Rasensprenger, die über eine Zeitschaltung kontrolliert werden.

Den Feuchtigkeitshaushalt regulierst du teilweise bereits mit der Wahl der Materialien für dein Hochbeet. Beachte beim Bau beziehungsweise dem Kauf, dass einige Materialien die Verdunstung begünstigen. Ein Hochbeet aus Beton muss seltener gegossen werden als eines aus Holz. Vor Feuchtigkeitsverlust schützt auch die Auskleidung der Kiste mit Teichfolie. Wenn deine Pflanzen Halbschatten vertragen, sorgt im Sommer mitunter ein Standortwechsel dafür, dass du das Hochbeet weniger häufig giessen musst. Wichtig ist zudem, dass du Gemüse und Blumen mit ähnlichem Wasserbedarf zusammen setzt.

Wenn du das Hochbeet zu oft bewässerst, kommt es häufig zu einem weiteren Problem: Staunässe. Viele Pflanzen reagieren darauf empfindlich. Beim Befüllen des Kastens solltest du daher die Drainageschicht nicht vergessen. Wichtig ist auch der Einbau eines Wasserablaufs. Darüber hinaus empfiehlt es sich, das Hochbeet bei starken und anhaltenden Regenfällen unterzustellen. 

Ein Hochbeet richtig düngen

Ein frisch angelegtes Hochbeet bietet durch die zahlreichen Schichten mit hohem Humusanteil ausreichend Nährstoffe für deine Pflanzen. Damit du das Beet mehrere Jahre nutzen kannst, solltest du dein Hochbeet im Frühjahr düngen. So reicherst du den Boden mit neuen Nährstoffen an. In einigen Fällen empfiehlt sich zusätzlich eine Nachdüngung im Sommer.

Art, Menge und Frequenz der Düngung richten sich nach der Pflanzenart und -dichte. Bei Gewächsen, die nur wenig Nährstoffe benötigen – den sogenannten Schwachzehrern –, reicht es oftmals aus, die im Vorjahr aufgebrauchte oberste Humusschicht im Frühling mittels Dünger aufzufrischen. Bei Rosen und kleinen Stauden genügt dies beispielsweise. Gar nicht oder nur sehr wohldosiert solltest du düngen, wenn du Samen gerade erst ausgesät und Setzlinge eingepflanzt hast.

Bei Gemüse- und Blumensorten von hoher Wuchshöhe, die eine grosse Blattmasse haben oder grosse Früchte ausbilden, solltest du unmittelbar vor und während der Hauptwachstumsphase erneut düngen. Dies ist unter anderem bei Tomaten, Auberginen und Sonnenblumen der Fall. Ebenso erfordern Starkzehrer wie Lauch, Sellerie und Grünkohl eine Nachversorgung. Am wirksamsten ist hierbei eine Kopfdüngung, bei der das Düngemittel direkt in die oberste Schicht eingebracht wird. Auch bei Mittelzehrern wie Paprika, Radieschen oder Dahlien regt eine erneute Düngung das Wachstum an.

Es gibt verschiedene Arten von Düngern. Grundsätzlich können Pflanzen nur in Wasser gelöste Substanzen aufnehmen – Minerallösungen wirken daher am schnellsten. Jedoch ist bei anorganischen Mitteln eine genaue Dosierung wichtig, andernfalls reichert sich die Erde mit zu viel Stickstoff und Phosphat an, und es besteht die Gefahr eine Überdüngung. Insbesondere für Jungpflanzen eignen sich Minerallösungen daher weniger gut.

Organische Dünger wie Küchen- und Gartenabfälle, Dung oder Hornspäne müssen erst von Bodenlebewesen verwertet werden. Nährstoffe geben sie somit erst nach und nach frei. Späne kannst du aufstreuen und leicht untermischen. Bei anderen biologischen Düngemitteln empfiehlt es sich, diese mit einer Harke einzuarbeiten.

Auch fertige Komposterde eignet sich hervorragend, um damit ein Hochbeet nachhaltig zu düngen. Sie verbessert nicht nur die Nährstoffzufuhr der Pflanzen, sondern ernährt auch nützliche Bodenlebewesen wie Regenwürmer, welche die Erde auflockern und damit die Sauerstoff- und Wasseraufnahme verbessern. Mittels eines Kompostbehälters kannst du den Humus selbst herstellen. Insbesondere geschlossene Behälter und wärmedämmende Thermokomposter beschleunigen den Zersetzungsprozess, sodass du bereits nach wenigen Wochen Komposterde zur Verfügung hast.

Das Hochbeet pflegen

Dank der erhöhten Position sind Pflanzen in einem Hochbeet besser vor Frost und Schädlingen geschützt als in einem ebenerdigen Beet. Dennoch ist weiterhin etwas Pflege erforderlich, um einen Befall und Frostschäden zu verhindern.

Das beste Mittel gegen Läuse und Pilzkrankheiten sind vorbeugende Massnahmen. Eine durchdachte Mischbepflanzung kann bereits die Nutzung chemischer Pflanzenschutzmittel unnötig machen. Denn einige Gemüse- und Blumenarten geben über Wurzeln und Blätter Stoffe ab, von denen andere Sorten profitieren. So schreckt zum Beispiel Kerbel Schnecken und Läuse ab. Zudem stellen Pflanzenarten jeweils unterschiedliche Anforderungen an den Nährboden. Eine Mischkultur sowie Dünger stärken die Widerstandskräfte.

Damit keine Schnecken über den Salat herfallen, kannst du an deinem Kastenbeet eine umlaufende Schutzkante anbringen. Das Eindringen von lästigen Wühlmäusen verhindert ein engmaschiges Drahtgitter am Boden. Spezielle Beschichtungen senken das Risiko von Pilzerkrankungen sowie Stamm- und Wurzelfäule. Insbesondere Holzkisten sollten vorsichtshalber mit Teichfolie ausgekleidet werden.

Wenn du das Beet mit mehrjährigen Pflanzen bestückt hast oder ein Frühbeet anlegst, solltest du dieses im Winter und Frühjahr mittels Abdeckfolien, Pflanzenvliesen oder einer Bedachung vor Frost schützen – natürlich hilft auch das Unterstellen im Gewächshaus, falls du eines im Garten hast.

Lockere hin und wieder die Erdschicht mit einer Harke auf und entferne dabei Unkraut, um den Wasser- und Nährstoffhaushalt zu verbessern. Mit der Zeit senkt sich die Erdmasse aufgrund der Verrottung, sodass etwas Erde nachgefüllt werden muss. Auch wenn du das Hochbeet regelmässig düngst, solltest du nach 6 Jahren sämtliche Erdschichten erneuern. Denn nach dieser Zeit sind die Humusschichten oft ausgelaugt, und auch die Drainage erfüllt nicht mehr ihren Zweck.

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